Oft seh ich uns im Traume
Gemeinsam - Hand in Hand -
Und eng hält uns umschlungen
Ein zartes Liebesband.
Ich seh dich deutlich lachen,
Du schenkst mir einen Kuß
Und ich, ich muß dir sagen,
Daß ich bald gehen muß.
Den Weg, der mir bevorsteht;
Kannst du nicht mit mir teilen.
Glaub mir, ach, glaub mir, Liebster -
Zu gern würd ich verweilen.
Denn zart sind deine Küsse
Und sanft ein jedes Wort;
Ich wünscht´, ich könnte bleiben
Und doch muß ich jetzt fort.
Ich werde auf dich warten
In dieser ander´n Welt,
Denn fliehen kann ich nicht -
Der Tod ist´s, der mich hält.
Mit eisig kalten Händen
Umklammert er mein Herz
Will so mein Glück zerstören
Und doch nimmt er auch Schmerz.
Den Schmerz, den mir das Leben gab
Preßt er aus mir heraus
Hinterlegt ganz sacht den Leib -
Verläßt das leere Haus.
Und alles was ich einmal war
Ist nun zurückgeblieben.
All mein Hoffen, all mein Sehnen,
All mein wahres Lieben.
In diesem Grab, in diesem Sarg,
Da lieg nicht wirklich ich;
In deinem Herzen, deiner Seele
Bleib ich ewiglich.
Der Platz, an dem du mich beweinst
Hält nun auch mich gefangen;
Weiß ich doch, ich kann hier leicht
In deinen Sinn gelangen.
Ich zwing dich her an diesen Ort
So wie du mich hier bannst
Durch die Erinnerung an mich,
Der du nicht fliehen kannst.
Mein Leib vergeht in dieser Gruft
Und doch kann ich verweilen
So lange wir in Einsamkeit
Die Liebe in uns teilen.
Einst wirst du mir dann nahe sein,
An meiner Seite liegen.
Gemeinsam werden wir dann - Hand in Hand -
Der Ewigkeit entfliegen.
Gisela Happekotte ©
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