|
Kriegssaat
Gesät wird sie früh schon
Ganz heimlich und leise,
Kaum merklich wird sie
In die Herzen gesetzt;
Ganz gierig nach Blut
Und dem Fleisch toter Körper
Werden vom Schlächter
Die Messer gewetzt.
Ein Schlag auf den Schädel,
Ein Schnitt in die Kehle,
Das Blut wird zum Rinnsal,
Die Adern durchtrennt...
Mit jedwedem Opfer
Kann man sich noch steigern,
Nichts scheint mehr zu grausen,
Nichts mehr was hier hemmt.
Die Opfer - so zahlreich -
Verrenken die Glieder,
Verzerren die Münder -
Ein jeder ein Held...
Die Schlacht ist geschlagen,
Die Saat aufgegangen,
Schon bald wird geerntet,
Denn groß ist das Feld.
Der Lohn eines jeden
Der Menschen gefoltert,
Ganz grausam getötet,
Bleibt ewig besteh´n...
Er wird all die Leiber
Der zahllosen Toten,
Die Blicke der Opfer
Im Schlafe noch seh´n.
Und auch ihre Schreie
Durchdringen die Stille -
Nur er kann sie hören,
Der "brave" Soldat.
Sie bleiben nicht stumm,
Diese zahllosen Opfer,
Denn ihrer gibt´s viele -
Zu groß war die Saat.
Gisela Happekotte © |